Stirbt die Handy-Finanzierung via Vertrag aus?
Der vielleicht am stärksten verbreitete Kleinkredit zumindest in Deutschland ist die Finanzierung eines neuen Mobiltelefons (vulgo: Handy) durch den Abschluss eines Mobilfunkvertrages für 24 Monate.
Die hierfür an den Handel gezahlten Provisionen bis in Höhe zu mehreren hundert Euro werden in der Regel an den Kunden weitergereicht, der sich dann über ein Mobiltelefon freut, was eben im günstigsten Fall nur noch einen Euro kostet. Damit nimmt das Kollektiv der Handykunden in Kauf, dass die Minutenpreise vermutlich seit Jahrzehnten höher sind als sie sein müssten. Inzwischen scheren aber insbesondere die Mobilfunkgesellschaften Eplus und O2 aus dem gewohnten Tarifoligopol aus und bieten Tarife ohne Hardware an. Auf diese Weise werden der Kauf des Handys und der Abschluss des Mobilfunkvertrages zunehmend entkoppelt. In der Folge ist der Handynutzer gezwungen, sich ein Handy zum Neupreis zu kaufen.
Dies war in der inzwischen schon etwas ferneren Vergangenheit nur dann von Nöten, wenn man sein Handy verloren hatte oder selbiges gestohlen wurde. Wer jetzt kein Geld für das teure aber heiß begehrte Handy hat, muss entweder auf einen altmodischen Tarif mit Handy zurückgreifen oder aber die Finanzierung über den Dispositionskredit wählen. Von diesem Trend dürften langfristig aber alle profitieren.
Die Handys werden durch die Subventionierung durch die Netzbetreiber nicht mehr künstlich verteuert. Hier fallen die Preise. Die Subvention muss nicht mehr über den Minutenpreis refinanziert werden. Auch hier bieten sich also Möglichkeiten der Preissenkung. Zu guter Letzt geht das Kreditgeschäft wieder weg von den Mobilfunkgesellschaften zurück zu den Banken, die etwas mehr davon verstehen sollten.
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